Vogelfrei von Liebe, Lust und Leichtigkeit

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entjungferung

Sie läuft. Jeder Schritt, denkt sie, ist der letzte. Nur noch diesen. Meine Kraft reicht noch für diesen. Bei jedem Schritt. Sie zieht ihr hinteres Bein nach oben und schwenkt es nach vorne. Sie hat es geschafft. Und in dem Moment merkt sie es wieder. Der Boden ist weich. Ist sie zu langsam - sinkt sie ein, und der nächste Schritt, der wirklich letzte Schritt wird noch kraftaufwändiger. So läuft sie schon eine Ewigkeit. Sie läuft, wird mal langsamer, mal ist sie voller Schwung. Sie läuft und hat immer im Kopf, dass sie irgendwann einfach stehenbleiben kann. Einfach stehen oder ganz langsam laufen, ja schleichen. Oder losrennen ohne dass es ihr fast die Lunge zerfetzt.

Und sie denkt an ihren Ballon. Sie hat ihn in der Hand. Schon immer. Sie weiß nicht warum. Sie hat auch nie gefragt. Weil sie ihn gern hat. Sie mag ihn. Es ist ihr einziges Geschenk. Es ist etwas, dass immer bei ihr ist. Immer. Er lässt sie nicht im Stich, denn schließlich hat sie ihn in der Hand. Ab und zu kommt ein Windstoß und zerrt sehr heftig an ihm, als wolle er ihn ihr wegnehmen. Aber sie hat ihn in der Hand. Ganz fest. Irgendwann, da bleibt sie stehen. Und sie zieht ihn langsam voller Vorfreude an sich heran. Immer näher. Und sie möchte ihn wirklich genau betrachten.

Sie wünscht sich, sie kann sich auf etwas konzentrieren. Auf diese eine Sache, die sie so einnimmt, dass sie dabei sogar das Atmen vergisst. Aber das macht nichts. Weil sie dann nichtmehr atmen muss. Denn sie hat diese Sache. Sie nimmt nichts wahr. Sie hat keine Gefühle. Sie ist auf das, was sie gerade tut höchst konzentriert. Es ist, als wäre ihr Kopf in einer Blase. Und dann, ist sie fertig mit dieser Sache. Und sie beginnt recht erleichtert auszuatmen. Nur um dann ganz langsam wieder einzuatmen und in dem Sog ihre ganzes Entzücken, ihren ganzen Stolz und ihre ganze Liebe für dieses Werk einzusaugen. Und dann platzt die Blase. Doch sie beginnt mit einer dieser Sachen von vorne, denn es war wirklich toll.

 

Aber sie merkt, dass sie beginnt zu sinken. Und sie nimmt alle ihre letzte Kraft und zieht ihren hinteren Fuß aus dem Boden. Mit aller Kraft. Für diesen einen letzten Schritt....

 

3 Kommentare 3.6.07 15:42, kommentieren

müde

meine augen sind schwer und meine füsse tun weh.

 

mehr poesie geht heut nicht:/

1 Kommentar 5.6.07 18:45, kommentieren

Kunst ist wie ein blauer fleck

ich gehe sehr gerne in austellungen. aber eigentlich, bereiten sie mir panikattacken.

ich gehe durch riesige räume. trödle an einer ganzen menge bilder vorbei. die sind entweder schlecht, uninteressant oder langweilig.es gibt selten austellungen wo mich weniger als 75% der sachen langweilen.

doch dann kommt dieses eine bild. es ist wunderschön, dabei total beängstigend und voller spannung. ich bleibe stehen. möchte sofort darin versinken. und dann kommt die panik. ich kann mich nicht hinsetzen. ich höre leute gehen, husten oder reden. ich muss hinhören. werde aber von diesem bild angezogen. jemand läuft vor mir an dem bild vorbei. ich beginne, mich so unglaublich hilflos zu fühlen. da ist diese wahnsinnige bild. in dem ich versinken will. das ich für mich alleine will. ich möchte nicht, das wer anders es auch ansieht. und vor allem möchte ich nicht, das wer anders sieht, das es mich interessiert. das geht ihn nichts an. es ist meins. wie ein schatz ein bisschen. nur wertvoller. und geheimnisvoller. aber wie beim schatz, ist der inhalt unbekannt, man weiß nur, dass er wertvoll ist.

oft sehe ich mir den rest dann gar nicht mehr an. nur im schnellen vorbeigehen. ich hab ein bisschen angst noch so eine begegnung zu machen. dann geh ich meist in den austellungsladen und hole mir den bildband zu der austellung. wenn die begegnug besonders aufreibend war, dann besorg ich ihn mir auch mal etwas später. erstmal an die frische luft.

und dann. nehm ich die kunst mit nach hause. denn kunst gehört nach hause. nirgendswo sonsthin.auf dem weg aus der austellung, eventuell schon nach hause, da denke ich an dieses bild. und ich habe in 90% der fälle schon diesen einen song im kopf. der ganz genau die stimmung im bild wi(e)derspiegelt. zuhause dann. auf der couch gemütlich mit einer großen tasse kaffe und dicken kopfhörern. schau ich mir das bild in ruhe an. bin abgeschlossen von der welt. mein kopf ist in einer blase. und ich versinke mit vollem genuß in diesem bild. und es ist ein erleichterung. denn seit der begegnung in der austellung spukt es mir im kopf rum.

ein blauer fleck schmerzt fast immer, wenn man draufdrückt. manchmal gibt es welche, die tun aber gar nicht weg. aber, ein blauer fleckist auf jeden fall immer ein zeichen von schmerz. und wenn man ihn sieht, schaut man nicht weg, weil man dem schmerz aus dem weg gehen will. nein. man drückt immer drauf. immer. und das spannende ist. jeder blaue fleck, sieht ein bisschen anders aus. ist ganz individuell. und. jeder blaue fleck schmerzt auf eine andere art und weise. wir wissen, dass es wahrscheinlcih wehtut draufzudrücken, aber die neugier nach der art diese schmerzes ist größer, als die angst vor dem schmerz.

 

1 Kommentar 8.6.07 22:53, kommentieren

chaos.

oh mein gott. mein zimmer, meine wohnung. ihr könnt auch das nicht vrostellen. überall chaos.

der boden meines zimmers ist fast nicht mehr sichtbar. überall papiere oder klamotten oder bücher und zeitschriften. mein fussende beim bett ist auch schon voll. von meinem nachttisch und meiner couch ganz zu schweigen. mein arbeitszimmer sieht auch nicht besser aus.

ich muss 2 telefonate führen um was zu organisieren. der eine hätte gestern sein müssen. aber wegen einer fehlenden info hab ich lieber gleich ganz gelassen. die info hab ich heute auch noch nicht und statt mich drum zu bemühen such ich mir lieber eine ausrede. im mom sind ausreden beim sowieso ganz groß im kommen. ich bin im mom die undiszipliniertheit in person.

das muss sich echt wieder ändern. bei dem geilen wetter ertrag ich einfach kein vollgesautes zimmer, das zugestaubt ist und zugemüllt. aber ich kann mich nie aufraffen:/ ich hatte kleine ansätze gerade, aber da geh ich dann doch lieber an den computer. und beim essen lass ich mich auch so unglaublich gehen.

ich bewundere leute so sehr, die sehr fleißig sind. ich wäre das auch so gerne. weil, dass man etwas schafft gibt einem einfach ein so unglaublich gutes gefühl. man ist immer unterwegs, hat immer was zu tun. hach. eine saubere wohnung ist auch einfach toll. mal sehen was ich heute schaffe. weil ich muss auch noch geschichte lernen, da ich morgen klausur schreibe. auf jeden fall werde ich noch zum zahnarzt gehen und einen der beiden anrufe tätigen.

 

schönen tag euch allen noch

1 Kommentar 21.6.07 09:41, kommentieren

Es stürmt. dünne fäden des windes greifen nach dem schwarzen stoff und ziehen daran. die stille schreit über den gesamten horizont. durch die glieder dringt das laute lachen, des im kopf befindlichen Thron. das herz vibriert in der hand aus angst vor der faust. der körper im kleid ist gebückt. die Gewißheit liegt in der Faust. die Stille und das Lachen ewige begleiter. Es dringen stimmen zu dem körper, zu dem Thron. sie versucht zuzuhören. aber es dringt nur dumpf heran.es fehlt die Konzentration. auf das herz achten. man kann der hand nicht vertrauen. jemand nimmt die hand, führt sie umher, zögerlich, aber abwesend folgt sie. das lachen wird lauter, die stimme dumpfer, das vibrieren stärker, denn die hand zittert. es dröhnt.was dröhnt? die laute stille draußen, oder die schweigende figur auf dem thron?solange. so unglaublich lange. bis. die stille verklingt, der wind weggeblasen, das lachen ernst, der stoff am boden. die faust darin.

1 Kommentar 26.6.07 17:44, kommentieren